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Hier wurde im letzten Winter ein altes Wehr abgerissen und eine Sohlgleite angelegt. Zudem gibt es einige Kurven, lockeren Baumbestand und eine ziemlich flotte Strömung. Dank Google Earth konnte ich mir einen Überblick über den Gewässerlauf verschaffen und eine Taktik überlegen. Jetzt, zum Ende der Maifliegenzeit, erhoffte ich mir weiter flussabwärts noch einen Schlupf der einige Bachforellen an die Oberfläche lockt.
In Teetz überquert eine Brücke die Dosse und gleich unterhalb davon ist ein interessanter Pool. Einige Maifliegenspinner sind hier schon über dem Wasser, jedoch zu wenig um am frühen Nachmittag ein Steigen auszulösen. Dem rechten Ufer folgend wende ich mich stromauf. Am zurückgebauten Wehr fange ich eine schöne 35er Bachforelle auf eine meiner selbst gebundenen Extended-Body-Maifliege. Sie wird an diesem Nachmittag meine einzige „Trockene“ Bachforelle bleiben. Noch sind viel zu wenige Maifliegen am Wasser. Duns sind keine auszumachen und Spinner werden erst in den letzten Abendstunden über dem Wasser sein.
In der Zwischenzeit biete ich in der neuen Sohlgleite einen kleinen Streamer an und fange dort zu meiner Überraschung drei Bachforellen und einen Döbel. Ich freue mich riesig denn im vorletzten Winter haben die Kormorane an der Dosse ganze Arbeit geleistet. Bei Kontrollbefischungen mit dem E-Gerät waren in Teetz und Fretzdorf an den Sohlgleiten fast keine Fische mehr nachweisbar. Die Forellen sind nicht groß aber hier wurden nie Bachforellen besetzt. Sie sind aus den Salmonidenstrecken im Oberlauf zugewandert und fühlen sich im schnellen, sauerstoffreichen Wasser der Sohlgleite sehr wohl. Ein guter Grund für die Verantwortlichen vom Anglerverband hier eine Sperrstrecke einzurichten um die wertvollen Salmoniden zu schützen.
Das Trockenfliegenfischen ist für mich die reizvollste Art Forellen zu angeln aber unsere nahrungsreichen Tieflandforellenbäche lassen diese Technik selten erfolgreich einsetzen. Das ganze lange Jahr mästen sich Forellen unter der Wasseroberfläche, an den massenhaft vorkommenden aquatischen Insektenlarven. Bachflohkrebse, Libellenlarven, Köcherfliegenlarven, Maifliegenlarven und Kleinfische kommen in unglaublichen Massen vor und werden von den Fischen der Tieflandbäche bevorzugt. Nur selten nehmen sie daher Insekten von der Wasseroberfläche.
Leider kann ich nicht bis in die beginnende Nacht fischen, trotzdem fahre ich an die Dosse Sohlgleite unterhalb der Autobahn. Nach dem Rückbau des alten Wehres ist hier 2006 eine lange Sohlgleite mit einem Kieslaichplatz entstanden. Für den strukturarmen Abschnitt stellt der Laichplatz eine wichtige Aufwertung dar. Gerade jetzt in der wärmeren Jahreszeit sollten sich Forellen hier eingestellt haben. Zuerst suche ich die Gleite mit einem kleinen Streamer ab. An langer Schnur fische ich Meter für Meter quer stromab, leider vergeblich. Dann entdecke ich einige Fische direkt am Kopf der Gleite. Ziemlich Regelmäßig nehmen sie die abtreibenden Spinner aus dem Oberflächenfilm. Ein kleiner Ring verspricht einen guten Fisch. Zuerst beobachte ich wo und wie er die Fliegen nimmt. Ich merke mir genau seinen Standplatz und werfe ihn vorsichtig an. Drei Mal landet meine Maifliege genau im richtigen Fenster und wird ignoriert. Ich warte eine ¼ Stunde und der Fisch fängt wieder an Maifliegen aus dem Oberflächenfilm zu nehmen. Mit einer neuen Fliege versuche ich ihn nun zu überlisten aber anscheinend kennt er alle künstlichen Maifliegen und ist nicht mehr anzusprechen.
Zum Ende der Maifliegenzeit, wenn die Bachforellen ihre Erfahrungen gemacht haben, ist ein solches Verhalten des öfteren zu beobachten. Zuvor eifrig steigende Forellen stellen nach dem Anwerfen sofort alle Aktivitäten ein. Um diese heiklen Fische dennoch an den Haken zu bekommen muss der Angler entweder großes Glück haben oder seine gewohnte Technik/Taktik umstellen. Sehr häufig werden Forellen stromauf oder quer rüber befischt. Diese Technik hat den Nachteil, dass der Fisch zuerst das Vorfach und dann die Fliege sieht. Empfehlenswerter ist ein Wurf stromab. Die Forelle sieht hier zuerst die Fliege und erst danach das Vorfach. Mit etwas Glück wird sie arglos nach der Kunstfliege steigen. Mit zunehmender Dunkelheit werden Forellen immer unvorsichtiger. Im letzten Licht des Tages verlieren selbst große Bachforellen ihre Scheu und werden dann von ausdauernden Anglern erbeutet.
In diesem Frühjahr war meine größte Bachforelle 45 cm lang. An einem schönen Maitag fing ich sie auf eine Maifliegenimitation. An den anderen 5 Angeltagen in diesem Mai fing ich noch einige schöne Bachforellen aber einen Fisch über 50 cm hatte ich nicht unter meiner Fliege.
Etwas mehr Glück hatte einer meiner ältesten Fliegenfischerfreunde - Sven. Sein Prachtfisch maß 58 cm. Herzlichen Glückwunsch!
Petri Heil Mario Mücke
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