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Alaska - Mehr zufällig erhalte ich einen Tip von einem Spaniengast. Er reiste nach Alaska zum Lake-Creek und war hoch begeistert. Fast zwei Stunden lang erzählte er mir von eindruckvoller Landschaft und unvergesslichen Natur-erlebnissen.

Die Fischerei sei sagenhaft gut. Du fängst täglich Deinen Lachs, sagte er, und du kannst vom eigenen Boot aus angeln wie hier in Spanien. Die haben sogar die gleichen fünf Meter Aluboote von Seanymph mit 15-PS Motor wie hier in Spanien.

King Point Lodge

Die Lodge liegt malerisch am kleineren Lake Creek River, nur hundert Meter vom großen Yentna River entfernt. Die Besitzer aus der Schweiz halten für ihre Gäste drei verschiedene Kategorien bereit.

Man wählt zwischen einem Doppelzimmer im Haupthaus mit Dusche und WC oder man wird in einem sehr rustikalen Holzhaus untergebracht. Hier teilen sich mehrere Sportfreunde ein Bad mit WC.

Die dritte Variante ist ein einfaches Holzhaus ohne Bad welches im Grundpreis enthalten ist. Die Gemeinschafts- Duschräume und -WC’s sind sauber und ausreichend vorhanden. Die Gesamtkapazität der Lodge wird aus Komfortgründen nicht ausgenutzt.

Es befinden sich in der Regel 25-30 Sportfreunde pro Reisetermin in der Lodge. Betten sind für die doppelte Anzahl vorhanden. Strom gibt es 110V vom Generator der nur nachts für wenige Stunden ausbleibt, es ist aber im Juni durch die Mitternachtssonne durchgehend hell.

Wenn man bedenkt, dass alle Lebensmittel von Anchorage in die Lodge eingeflogen werden müssen, ist die Verpflegung reichhaltig und schmackhaft. Im gemütlichen Haupthaus werden die drei Mahlzeiten eingenommen. An alkoholischen Getränken erhält man Bier und guten kalifornischen Weis- oder Rotwein. Härteres bringt man aus dem Duty Free Shop mit.

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DIE ANREISE
Wir fliegen am Dienstag und Samstag mit der Condor in 8,5 Stunden von Frankfurt über Whitehorse nach Anchorage. Anschlußflüge nach Frankfurt mit der Lufthansa ab den meisten deutschen Flughäfen. Danach ein kurzer Taxitransfer zum Lake Hood, dem Flughafen für Wasserflugzeuge in Anchorage. Nach einem atemberaubenden 40 minütigen Flug erreichen wir die Lodge am Lake-Creek. Auf der Rückreise eine Zwischenübernachtung in Anchorage um die gefangenen Lachse aus deutscher Räucherei abzuholen.

DAS ANGELGERÄT
Zum Fischen auf Lachse in Alaska benötigt man nicht sehr viel Angelmaterial. Vom Boot aus empfehle ich eine Rute um 2,70 m Länge und einem WG von 30-80 Gramm. Vom Ufer aus sollte die Rute etwas länger sein und ein WG von 100 Gramm aufweisen. Bewährt haben sich die Multirollen der Größe 7000-9000 von Shimano oder von Abu. Die Schnurkapazität sollte für 200 Meter 50er Mono ausreichen. Ködermaterial ist in der Lodge erhältlich. Nach Buchung gibt es natürlich eine Infobroschüre mit vielen Hinweisen zur Fischerei und Angelgerät.

DIE FISCHEREI
Gefischt wird vom Boot oder nach Wunsch auch mit Guide vom Ufer aus. Wir bevorzugen unser eigenes Angelboot mit 15-PS Außenborder. Nachdem uns der Guide eingehend in das Boot eingewiesen hatte und mit den letzten Angeltips versorgte, ging es schon los. Nach cirka 1 Minute Fahrt wählten wir unseren ersten Angelplatz. Motor aus, ein wenig treiben lassen, Anker runter, das Boot richtet sich nach der Strömung aus. Jetzt war der Moment gekommen worauf wir wochenlang hinfieberten. Köder auswerfen, einer halblinks, einer halbrechts. Leichtes Blei ist am Seitenvorfach montiert um den spin-o-glow kurz über Grund zu halten. Nun heißt es geduldig warten und nur nicht nervös werden.

Wer wird den ersten Biss bekommen? Jeder hatte eine andere Köderfarbe gewählt. Wir wollten so erst einmal herausbekommen was am ehesten läuft. Nach einer Stunde hatten wir noch keinen Zupfer. Um uns herum wurden Fische gelandet. Woran kann das nur liegen? Wir waren uns einig: Verlegen. Anker hoch und eine neue Stelle suchen, die Aufstiegrinne finden. Nach 300 Metern sah alles gut aus. Es roch förmlich nach Lachs. Unsere Köder waren schnell wieder ausgebracht. Es dauerte cirka 12 Minuten und Ecky hatte seinen ersten Fisch im Drill. Heftig riss der Fisch 120 Meter Leine von der Rolle. Er schwamm mit der Strömung. Noch eine Flucht flussabwärts und die Schnur wird knapp. Also, Anker hoch, Motor anwerfen und dem Fisch hinterher. Ecky hatte nun bald wieder die Rolle dreiviertel gefüllt und der Fisch wurde im trüben Wasser des Yentna schnell müde.

Erstmals konnten wir den King sehen. Ich schätzte ihn auf 15-18 Pfund. Sicher führte Ecky den Fisch ans Boot in den Kescher. Die Waage blieb bei 15 Pfund stehen. Bravo! Für den Anfang nicht schlecht. Bis zum Abend fing ich einen 18 Pfünder, Gerd einen 22 Pfünder und Ralf noch einen Brocken mit 35 Pfund. Wir waren alle begeistert und hatten etwas beim Abendessen zu erzählen. Unseren Angelkollegen, eine Gruppe Italiener, erging es ähnlich und gemeinsam konnten wir unsere Erfolge im Haupthaus begießen. In den folgenden fünf Angeltagen hatten wir vier 20 Königslachse gefangen wovon ein Teil geräuchert mit nach Hause ging. Ralf hatte den Größten mit 55 Pfund, Ecky fing einen King mit 45 Pfund. Gesamt wogen 8 Fische über 30 Pfund. Wir hätten die dreifache Menge Lachse fangen können, wenn da nicht die Begrenzung auf einen Fisch pro Tag gewesen wäre. Hat man einen King entnommen, musste man aufhören oder man setzt ihn zurück und fischt weiter in der Hoffnung, einen noch Größeren zu haken. Wir hatten leider nur eine Woche Zeit und konnten somit die anderen Fischarten die dort vorkommen nur wenig beangeln. Dennoch fingen wir direkt vor der Lodge schöne Regenbogenforellen an der Fliege und am Spinner sowie einige kleine Äschen. Uns wurde erzählt, es gäbe am Oberlauf des Lake Creek schöne Hechte bis 20 Pfund. Leider konnten wir es nicht überprüfen. Königslachse fängt man von Anfang Ende Mai bis Mitte Juli, Rotlachse den ganzen Juli und Silberlachse ab Ende Juli und den ganzen August hindurch.

FANGBEGRENZUNG
Am Yentna River darf man pro Jahr fünf Königslachse (einer pro Tag) entnehmen und mit nach Hause nehmen. Das Fischen ist von 6 bis 23 Uhr begrenzt und die Kingsaison endet am 13.Juli. Silberlachse darf man 24 Stunden beangeln und drei pro Tag behalten, ohne Limit. Alles ist gut organisiert. Die gefangenen Fische werden in die deutsche Räucherei nach Anchorage ausgeflogen und am Abflugtag in stabilen Kartons zum Flughafen gebracht.

DAS GUIDING
Eine kurze Einweisung in die Fischerei reicht vollkommen aus. Vollguiding ist nicht notwendig. Die Angelstellen sind nur wenige hundert Meter von der Lodge entfernt. Schnell bekommt man heraus wo sich die besten Plätze befinden. Dennoch kann man einen Guide vorbuchen. Für cirka $150,- am Tag bringt er auch sein eigenes Jetboot mit. Für ungeübte Lachsangler oder unerfahrene Bootsführer ist ein Guide für die ersten Tage hilfreich, aber nicht zwingend notwendig.

DER RÄUCHERLACHS
Alle zwei Tage kommt ein Buschflieger zur Lodge und nimmt die vorbereiteten Filets mit nach Anchorage um sie dort beim deutschen Räuchermeister abzugeben. Am Abflugtag werden die lecker geräucherten und für den Transport in starke Kartons verpackten Lachse zum Flughafen gebracht. Für das Räuchern und Vakuumverpacken zahlt man ca. € 13,- pro Kilogramm Lachsfilet.

REISEINFOS
Für die Einreise nach Alaska/USA benötigt man einen Reisepass der mindestens drei Monate gültig sein muss. Impfungen sind keine erforderlich.
In der Lodge zahlt man mit Kreditkarte oder Bargeld.
Die Temperaturen sind sommerlich, ähnlich wie in Deutschland.
Regenkleidung ist notwendig.


Das war ein kleiner Vorgeschmack auf Angelurlaub.de. Weitaus mehr Infos, wie zum Beispiel Reisetermine, Preise und Tipps, finden Sie auf unserer Webseite
www.Andrees-Angelreisen.de

Ihr Ralf Andree